Geschichte der Burg
Die ersten Befestigungen in Kazimierz (eine hölzerne Burg) datieren ins 12.–13. Jahrhundert. Kasimir der Große errichtete hier Mitte des 14. Jh. eine gemauerte gotische Burg aus Bruchstein — ein Element des Verteidigungssystems an der Weichsel, das die Handelswege auf dem Fluss schützte. Die Burg hatte einen rechteckigen Grundriss, mit Wehrturm, Kapelle und Repräsentationssaal.
Die Burg erfüllte ihre Funktionen vom 15. bis 17. Jahrhundert, wurde in der Renaissance (Mitte 16. Jh.) ausgebaut und verschönert. Die Schwedenkriege (Sintflut 1655–1660) und Brände verursachten einen fortschreitenden Verfall. Im 18. Jahrhundert war die Burg bereits eine Ruine, im 19. Jahrhundert wurde sie teilweise als Baumaterial abgetragen. Bis heute erhalten sind Fragmente der Ringmauern, der Nordturm und gewölbte Keller.
Der Bergfried — älter als die Burg
Einige Dutzend Meter von der Burg entfernt steht ein runder Wehrturm, vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet — vor der Burg, als Teil der früheren Befestigungen der Burgsiedlung. Durchmesser ~10 m, Höhe etwa 20 m, Mauern über 4 m dick. Nach der schwedischen Eroberung ebenfalls zerstört, später aber teilweise wiederaufgebaut.
Der Bergfried ist im Inneren zugänglich für Touristen (Ticket ~5–10 zł) — eine Holztreppe führt zur Aussichtsterrasse. Von der Spitze des Turms sieht man das Panorama von ganz Kazimierz, die Weichsel und die umliegenden Hügel. Das Innere ist schlicht — Steinmauern, unverdeckte Räume.
Was vom Burghügel zu sehen ist
- Panorama des Marktes aus der Vogelperspektive — Blick auf die Przybyła- und Celej-Bürgerhäuser aus der Perspektive des Turms
- Weichsel — der Fluss ist von hier am besten zu sehen, man erkennt traditionelle Boote und Ausflugsschiffe
- Dreikreuzberg gegenüber — bei guter Sicht ein deutlicher Umriss
- Reformatenkloster auf dem Tatarenhügel — ein Umriss im Grün
- Mehoffer — Denkmal von Józef Mehoffer (ein mit Kazimierz verbundener bildender Künstler) auf dem Hügel
Praktisches
- Ticket für den Bergfried + Burgruine — ~10 zł (vor Ort prüfen)
- Geöffnet — saisonal (V–IX) täglich, außerhalb der Saison an Wochenenden
- Zugang — vom Markt über die ul. Zamkowa, ~10 Min. zu Fuß (bergauf, etwa 50 m Höhenunterschied)
- Treppe im Bergfried — hölzern, steil, nicht für Menschen mit Bewegungseinschränkungen geeignet
- Beste Zeit — Abend, wenn der Sonnenuntergang den Markt orange beleuchtet
- Fotoapparat — unbedingt. Das berühmteste Foto von Kazimierz machen Sie genau hier
Anreise und praktische Infos
- Ticket
- ~10 zł (Bergfried + Ruine)
- Saison
- Mai–September täglich, außerhalb der Saison an Wochenenden
- Vom Markt
- ~10 Min. zu Fuß über die ul. Zamkowa
- Besichtigungsdauer
- 30–60 Min.
- Treppe zum Turm
- Hölzern, steil
- Schwierigkeit
- Leicht (kurzer Spaziergang bergauf)
Wann am besten
Im Mai zur Saison geöffnet, wenige Touristen, frisch ergrünter Hügel.
Menschenmengen mittags, der Abend am schönsten. Goldener Sonnenuntergang über der Weichsel.
September — Farben, stimmungsvoller Morgennebel. Der Oktober nass, die Treppe rutschig.
Meist geschlossen mit Ausnahme der Wochenenden. Vorher prüfen.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Kazimierz Dolny
Entfernungen in Luftlinie ab „Burgruine und Bergfried" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.
Übernachten in der Nähe
Unterkünfte aus unserer Liste, von denen Burgruine und Bergfried fußläufig oder mit kurzer Anfahrt erreichbar ist.