Sehenswürdigkeit der Region Glatzer Kessel

Großer Heuscheuerberg — Sandsteinplateau mit Labyrinth

Der höchste Gipfel des Heuscheuergebirges (919 m) — kein typischer Berg, sondern ein weitläufiges Sandsteinplateau mit tiefen Spalten, Korridoren und Höhlen, geformt in einem Kreidemeer von vor 90 Mio. Jahren. Die Besichtigungsroute führt über steinerne Treppen aus dem Jahr 1814 durch die berühmtesten Formationen: „Glucke“, „Kamel“, „Affe“, „Thron des Urahnen“. Etwa 2,5 Std. Wanderung.

fot. Wikimedia Commons · Wikimedia Commons

Geologie — ein Meer von vor 90 Mio. Jahren

Das Heuscheuergebirge ist ein geologisches Phänomen Europas — ein Sandsteinplateau, das vor ~90 Mio. Jahren auf dem Grund eines Kreidemeeres entstand. Auf den Grund sanken Schichten aus Sand, Schlamm und Muscheln und bildeten dicke Lager aus Sandstein und Mergel. Nach dem Rückzug des Meeres und der Hebung der Sudeten wurde der Sandstein durch Wasser- und Verwitterungserosion geformt — Wasser drang in die Bindemittel ein, erweiterte die Spalten und schuf die charakteristische Landschaft.

Daher der Name „Heuscheuergebirge“ bzw. polnisch Tafelgebirge — nach den flachen, tafelartigen Gipfeln, im Unterschied zu typischen alpinen Spitzen. Der Große Heuscheuerberg ist eines der größten solcher Plateaus (~250 ha), der Kleine Heuscheuerberg (sein Nachbar) das zweite. Geologisch ähnliche Formationen finden sich in der Böhmischen Schweiz (auf tschechischer Seite) und teilweise in der Sächsischen Schweiz (Deutschland).

Aufstieg — die Anna-Treppen von 1814

Der klassische Aufstieg erfolgt von Karłów (~750 m ü. M.) über steinerne Treppen, die 1814 in den Fels gehauen wurden — einer der ersten formell angelegten Wanderwege Polens. Die Treppen ließ Herzogin Anna von Mecklenburg-Strelitz entwerfen, die den Gipfel einem breiteren Publikum zugänglich machen wollte (zuvor war der Zugang nur den Einheimischen vorbehalten).

Die Route: Parkplatz in Karłów → 665 Stufen → Plateau → Route innerhalb des Labyrinths → Abstieg über dieselben Treppen. Dauer: 2,5–3 Std. in ruhigem Tempo, mehr mit Kindern und beim Fotografieren. Die letzten 30 Min. des Aufstiegs können für weniger fitte Personen eine Herausforderung sein.

Die berühmtesten Formationen

  • Thron des Urahnen — eine thronförmige Formation, das berühmteste Motiv des Heuscheuerbergs
  • Glucke — ein Felsblock, der an eine sitzende Henne erinnert
  • Kamel — ein Fels mit dem Aussehen eines Kamels
  • Elefant, Affe, Affenmensch — weitere tiergestaltige Formationen
  • Höllchen — ein schmaler, dunkler Korridor zwischen den Felsen (einer der fotogensten)
  • Teufelsküche — eine tiefe Kluft mit in den Fels ausgehöhlten „Töpfen“
  • Aussichtspunkte — vom oberen Plateaurand Panorama auf das Riesengebirge und die tschechischen Sudeten

Praktisches

  • Ticket für den Nationalpark Heuscheuergebirge: ~10 zł / Tag (Kassen in Karłów)
  • Parkplatz: in Karłów, kostenpflichtig ~15 zł/Tag, in der Saison rasch belegt
  • Schwierigkeit: mittel (665 Stufen sind anstrengend, aber verteilt)
  • Schuhe: Trekkingschuhe (Felsen nach Regen rutschig)
  • Berghütte „Na Szczelińcu“: auf dem Plateau, warme Mahlzeiten, regionale Küche
  • Winter: Route geöffnet, aber Treppen vereist — Grödel empfehlenswert
  • Andrang: im Juli/August Warteschlangen auf den Treppen. Komm früh morgens (vor 9:00)

Anreise und praktische Infos

Höhe
919 m ü. M. (höchster im NP Heuscheuergebirge)
Startpunkt
Karłów (Parkplatz)
Ausflugsdauer
2,5–3 Std.
Nationalpark-Ticket
~10 zł / Tag
Parkplatz
~15 zł / Tag
Berghütte
Auf dem Plateau, ganzjährig geöffnet
Mapa: Google Maps · 50.4933, 16.3466

Wann am besten

Frühling

Mai – frisches Grün, wenig Andrang, optimale Zeit.

Sommer

Gedränge. Komm früh. An heißen Tagen Schutz im Schatten der Felsen.

Herbst

September – goldene Buchen, Nebel zwischen den Felsen, die schönste Zeit.

Winter

Treppen vereist — Grödel obligatorisch. Der Zauber verschneiter Formationen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Glatzer Kessel

Entfernungen in Luftlinie ab „Großer Heuscheuerberg" — aus echten Koordinaten berechnet. Auf der Straße oft länger.

Wilde LöcherEin Labyrinth aus Felsenkorridoren im Heuscheuergebirge, an der Grenze zu Tschechien. Der
~2,4 km Luftlinie
Basilika und Kalvarienberg in WambierzyceEine barocke Basilika und ein weitläufiger Kalvarienberg in Wambierzyce — das „Schlesische
~8,3 km Luftlinie
Schädelkapelle in TscherbeneyHeiligtum von 1776 mit einem Innenraum, der mit ~3000 Schädeln und ~21000 Knochen in der K
~8,9 km Luftlinie
Kurorte des Kessels: Bad Kudowa, Bad Reinerz, Bad AltheideDrei bekannte Kurorte des Kessels — Bad Kudowa, Bad Reinerz und Bad Altheide: Kurparks, Tr
~11 km Luftlinie
Festung GlatzPreußische Festung aus dem 17.–18. Jh. auf dem Hügel im Zentrum von Glatz. Bastionen, unte
~23 km Luftlinie
Goldbergwerk in Złoty StokHistorische Stollen des einstigen Goldbergwerks in Złoty Stok mit einem unterirdischen Was
~38 km Luftlinie
Bärenhöhle in KletnoEine der schönsten Höhlen Polens — reicher Tropfsteinschmuck im Glatzer Schneegebirge, Bes
~46 km Luftlinie

Übernachten in der Nähe

Unterkünfte aus unserer Liste, von denen Großer Heuscheuerberg fußläufig oder mit kurzer Anfahrt erreichbar ist.

Hotel Verde Montana Wellness & SPAhotel · ul. 1 Maja 25A, 57-350 Kudowa-Zdrój, u podnóża Gór Stołowych
Hotel Kudowa Manufaktura Relaksuhotel · ul. Pogodna 16, 57-350 Kudowa-Zdrój, przy Parku Zdrojowym
La Park Aparthotelapartamenty · ul. Słoneczna 25/XI (dojazd ul. Chopina 5a), 57-350 Kudowa-Zdrój
Domki u Olidomki · Zaciszna dzielnica Kudowy-Zdroju przy Parku Narodowym Gór Stołowych
Villa Polanicapensjonat · ul. Matuszewskiego 8, 57-320 Polanica-Zdrój, w centrum, przy Parku Zdrojowym
Pensjonat Przy Deptakupensjonat · ul. Bystrzycka 23a, 57-320 Polanica-Zdrój, blisko deptaka zdrojowego

Alle Unterkünfte in der Region Glatzer Kessel ansehen →